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Sommerferienideen
Für Kinder im Rollstuhl
11. März 2021

Auch Kinder im Rollstuhl sollen ihre Sommerferien frei und unbeschwert genießen. Dafür macht sich die Arbeitsgemeinschaft Leichter Reisen, welche die zehn Vorreiterstädte und -regionen im barrierefreien Tourismus in Deutschland vereint, stark. Mit Handkurbelkanus, Liegesurfbrettern, Lorenbahnen, Lamas und Kinderkirchenkoffern können sich Kinder mit Behinderungen und ihre Familien ins große Sommerferienabenteuer stürzen – vorausgesetzt Corona macht keinen Strich durch die Rechnung. Das sind die Tipps der AG für den Sommer 2021.

Ruppiner Seenland: Urlaub am, auf und im Wasser
Das Ruppiner Seenland nördlich von Berlin ist ein Eldorado für Wasserratten. Ein Geflecht aus mehr als 300 Seen, Kanälen und Flüssen durchzieht die Region. Wer im Rollstuhl sitzt, muss sich oft mit dem sehnsüchtigen Blick auf das Wasser begnügen. Hier nicht. Am Stechlinsee, dessen Wasser so klar ist wie ein Bergsee, befindet sich eine barrierefreie Naturbadestelle. Vom Ufer führt ein 15 Meter langer Baumstamm in das Wasser hinein, sodass auch Rollstuhlfahrer hier Badefreuden genießen können. Ganz in der Nähe lädt der Moorerlebnispfad Menz, der für Rollstuhlfahrer von Menz über den Stechlinsee-Radweg erreichbar ist, dazu ein, dem Moor ganz nah zu kommen. Am Vielitzsee verleiht „Erlebnisurlaub Schönbirken“ kentersichere Handkurbelkanus und Liegesurfbretter.

Auch an Land warten kleine und große Abenteuer auf Familien: Auf der 42 Kilometer langen Handbiketour „Holländer Rundweg“ von Oranienburg über Liebenwalde entlang der Havel durchquert man kleine Dörfer, Wiesen und Weiden. Im Anschluss empfiehlt sich ein Besuch im wenige Kilometer entfernten barrierefreien Tier- und Saurierpark Germendorf mit mehr als 90 Urzeitgiganten.

Ein Highlight ist der Ziegeleipark Mildenberg. Das für Rollstuhlfahrer zugängliche Industriemuseum entführt in die Geschichte der Ziegelproduktion. Dabei sind Kinder eingeladen selbst Ziegel herzustellen oder mit der Tonlorenbahn durch den Naturpark Uckermärkische Seen zu fahren. Ein Stück Industriekultur vermittelt auch das barrierefreie Brandenburg Preussen Museum in Wustrau in seiner neuen Sonderausstellung „(K)ein Kinderspiel – Spielzeug als Spiegel der Industrialisierung“ vom 21. März bis 5. Dezember.


Fränkisches Seenland: Wasserfreuden und Naturerlebnisse
Auch das Fränkische Seenland im Norden Bayerns ist ein Paradies für Badenixen, Bewegungshungrige und Naturforscher. Familien mit Eltern oder Kindern im Rollstuhl finden an den sieben künstlich angelegten Seen unzählige Optionen für erlebnisreiche Sommerferientage. Ein Traum für Rollifahrer sind die langen, zugänglichen Sandstrände und Liegewiesen.

Die Fahrgastschifffahrt nimmt Familien mit an Bord: Von August bis Anfang September startet der Trimaran MS Brombachsee, der über einen für Rollifahrer zugänglichen Fahrstuhl verfügt, jeden Dienstag zum Wickie-Erlebnistag sowie jeden Montag zur Mini-Kapitäns-Patent-Fahrt auf dem Großen Brombachsee. Für Ausflüge an Land bieten sich die ebenen Rundwege um den Kleinen Brombach- und den Altmühlsee an. Sie können auch mit Handbikes befahren werden. Der fünf Kilometer lange größtenteils barrierefreie Erlebnispfad „Weg der Wasserkraft“ am Großen Brombachsee mit Spiel- und Hörstationen sowie einer App vermittelt spielerisch Wissen zur Nutzung der Wasserkraft früher und heute.

Junge Naturforscher sind eingeladen den für Rollstuhlfahrer zugänglichen Lehrpfad auf der Vogelinsel im Altmühlsee zu erkunden. Das Begleitheft „Schatzkiste Vogelinsel“ sensibilisiert für die ornithologischen Raritäten am Wegesrand. Wasservögel, Fische, Amphibien und Insekten können zudem an der barrierefreien Umweltstation am Rothsee beobachtet werden. Die Mitarbeiter bieten regelmäßig Mitmachangebote und Werkstätten zu Naturthemen an.


Südliche Weinstraße: Lamatouren und Zooschule
Zur Begegnung mit Tieren lädt die Südliche Weinstraße, eine klimatisch verwöhnte Region zwischen Pfälzerwald und Rheinebene, ein. Hier zwischen Weinbergen und Winzerdörfern finden in den Sommerferien unter anderem Lamawanderungen statt. Auch die Zooschule öffnet.

Die Pfalz Lamas begleiten Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Sehbehinderungen, blinde Menschen sowie Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen auf Wanderungen durch den Pfälzerwald rund um Annweiler und Völkersweiler. Gemeinsam mit den sanften, geduldigen Tieren geht es vorbei an Felsen, blühenden Wiesen und durch den Wald.

Auch der Zoo Landau in der Pfalz ermöglicht Menschen mit Behinderungen die Begegnung mit Tieren. Seit März ist er nach dem bundesweiten Kennzeichnungssystem Reisen für Alle zertifiziert. Automatiktüren zu den begehbaren Tiergehegen, bodentiefe Scheiben und rollstuhlgerechte Picknicktische wurden eingerichtet. In der Zooschule erfahren Kinder Wissenswertes zu Känguru, Affe, Schildkröte und Co. Sollte es die Pandemie-Situation erlauben, werden Veranstaltungen wie die Traumnacht im Zoo speziell für Menschen mit Behinderungen angeboten.

Auf Zeitreise zu den ersten sesshaften Bauern vor rund 7500 Jahren gehen Familien im Museum Herxheim. Das für Rollstuhlfahrer zugängliche Haus stellt die Funde aus dem Alltagsleben und Überreste eines Totenrituals aus. Zum Museum gehören aber auch Exponate aus der Neuzeit, die von der Weberei und dem Tabakanbau in Herzheim erzählen. Für Abkühlung an heißen Sommertagen sorgt das barrierefreie Kamiltbad in Maikammer mit Sprudelliegen, Wellen-Rutsche und Erlebnisbecken.


Magdeburg: Geschichte für Alle
Auch Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg heißt Kinder mit Behinderungen und ihre Familien herzlich willkommen. In der über 1200 Jahre alten Stadt wird Geschichte lebendig. Ausgestattet mit dem kostenfreien ausleihbaren Kinderkirchenkoffer erkunden Vier- bis Zehnjährige den für Rollifahrer zugänglichen Magdeburger Dom, den Kaiser Otto im 10. Jahrhundert mit Säulen aus Kaiserporphyr, Marmor und Granit ausstatten ließ.

Wer mehr wissen will, schließt sich der Lampion- und Lichterführung durch das historische Domviertel an, die in den Sommerferien jeden Mittwoch angeboten wird. Das barrierefreie Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen können Kinder ab acht Jahren mit der Actionmap, einem Kreativheft, das zum Malen, Nachdenken und Gestalten anregt, entdecken. Saurier-Skelett, Braunborsten-Gürteltier und Riesenhirsch erforschen die Jüngsten im zugänglichen Museum für Naturkunde.

Ihren Wissendurst können Kinder darüber hinaus im nach Reisen für Alle zertifizierten Elbauenpark stillen. Hier befindet sich der Jahrtausendturm, der auf der unteren Ebene für Rollstuhlfahrer zugänglich ist. Er entführt in die Technikgeschichte, vom Faustkeil bis zum Röntgenteleskop. Mit dem Elbauen-Express geht es im Anschluss auf gemütliche Rundtour durch den Park. Auf dem teilweise barrierefreien Wasserspielplatz darf nach Herzenslust gematscht werden.

Im barrierefreien Zoologischen Garten Magdeburg sind Familien eingeladen mehr über die Tiere der Erde zu erfahren. Höhepunkte sind die naturnahe Schimpansenanlage sowie die Savannenlandschaft für Spitzmaulnashörner, Affen, Zebras und Giraffen.


Weitere Ideen für barrierefreie Sommerferien liefert die Webseite der Arbeitsgemeinschaft Leichter Reisen unter www.leichter-reisen.info.


Quelle: Arbeitsgemeinschaft „Leichter Reisen–Barrierefreie Urlaubsziele in Deutschland“ / Bild: Tourismusverband Ruppiner Seenland e.V./Studio Prokopy

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